KI als Game Changer? Ein Gespräch mit Florian Muhle | ZF & ZU – Company and Campus

Shownotes

Künstliche Intelligenz (KI) und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sowie die Unternehmenskultur sind Thema dieser Episode mit Prof. Dr. Florian Muhle. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationswissenschaften mit dem Schwerpunkt digitale Kommunikation an der ZU. Wir setzen uns mit den Ängsten und Herausforderungen auseinander, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Kontext von KI empfinden, und beleuchten die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von KI in der beruflichen Kommunikation. Wir ziehen aus seiner Forschung Erkenntnisse, die für Unternehmen wie ZF von Bedeutung sind.

Ein zentraler Punkt des Podcasts ist die Kooperation zwischen ZU und ZF, die sich um die Einführung von Technologien wie Microsoft Co-Pilot dreht. Florian Muhle erläutert, wie die Zusammenarbeit ablief, welche Schritte notwendig waren und welche Herausforderungen sich bei der Implementierung ergaben.

Ein spannender Aspekt, den wir beleuchten, ist das Vertrauen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Ergebnisse, die sie durch KI generieren. Es zeigt sich, dass eine große Skepsis gegenüber den Resultaten besteht und dass viele Mitarbeitende die KI-Eingaben regelmäßig überprüfen, um sicherzustellen, dass die Qualität der Arbeit nicht leidet. Auch die Frage, ob jüngere und technikaffine Mitarbeitende eher bereit sind, KI zu nutzen, wird beleuchtet, wobei wir interessante regionale Unterschiede in der Akzeptanz der Technologie feststellen können.

Zusätzlich wird erörtert, welche Maßnahmen Unternehmen ergreifen sollten, um den Mitarbeitenden beim Umgang mit KI zu helfen und wie eine Governance-Struktur implementiert werden kann, um den Einsatz der Technologien zu regulieren. Florian Muhle hebt hervor, wie wichtig es ist, den Mitarbeitenden die Infrastruktur und Schulungen zur Verfügung zu stellen, um die effektive Nutzung der KI zu gewährleisten.

Abschließend diskutieren wir auch die längerfristigen Auswirkungen von KI auf die Unternehmenskultur und die Interaktion zwischen Mitarbeitern. Der Einsatz von KI muss also nicht nur effektiv und effizient gestalten werden, es ist auch essenziell, die Mitarbeitenden emotional und psychologisch auf diese Veränderung vorzubereiten, um eine gesunde Arbeitsumgebung zu schaffen.

00:00:06 Wie sicher ist eigentlich mein Arbeitsplatz? 00:05:00 KI-Nutzung bei ZF 00:07:35 Nutzung von KI in der Praxis 00:12:09 Unterschiede in der KI-Nutzung 00:17:10 Vertrauen in KI-Ergebnisse 00:22:12 Unterstützung für Mitarbeiter 00:27:09 Governance und Regulierung der KI 00:32:13 Herausforderungen der KI-Nutzung 00:37:26 Fazit und Ausblick auf KI

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Speaker1: ZF und ZU – Company & Campus

Speaker2: Hallo zusammen und schön, dass ihr auf Play geklickt habt.

Speaker2: Viele von euch kennen bereits die Podcasts der Zeppelin-Universität.

Speaker2: Und ihr dürft gespannt sein auf unser neues Format, das wir euch heute einmal vorstellen wollen.

Speaker0: Ja, die neue Reihe heißt ZF und ZU – Company & Campus. Wie der Titel schon verrät,

Speaker0: geht es um die Verbindung von Company, also dem Unternehmen ZF,

Speaker0: und der Universität, der ZU.

Speaker0: Denn die beiden haben mehr gemeinsam als den Standort Friedrichshafen.

Speaker0: Und wir wollen mit euch herausfinden, was die beiden eigentlich verbindet.

Speaker0: Dazu werden wir in den kommenden Folgen mit Wissenschaftlern von der ZU und

Speaker0: Mitarbeitenden von ZF über Projekte sprechen, an denen sie gemeinsam arbeiten.

Speaker2: Heute wollen wir uns aber erstmal anschauen, was es mit ZF und der ZU auf sich

Speaker2: hat und welche Bedeutung die beiden für die Stadt Friedrichshafen und die Menschen vor Ort haben.

Speaker0: Aber bevor wir das tun, sollten wir vielleicht nochmal ganz kurz erklären,

Speaker0: wer hier eigentlich hinterm Mikro sitzt.

Speaker2: Ja, mein Name ist Jochen Mayer, ich bin seit 2012 bei ZF.

Speaker2: Als Pressesprecher kümmere ich mich um Presseanfragen und die externe Medienarbeit,

Speaker2: vor allem wenn es um Unternehmens- und Personalthemen geht.

Speaker2: Hier in der Konzernkommunikation haben wir Berührungspunkte zu allen Bereichen unseres Unternehmens.

Speaker2: Das macht die Arbeit wirklich spannend und vielfältig, denn wir sind ja global

Speaker2: und in ganz unterschiedlichen Geschäftsfeldern tätig.

Speaker0: Ja, und ich bin Judith Reimbold und bin seit vier Jahren akademische Mitarbeiterin

Speaker0: am Stiftungslehrstuhl für Kommunikationswissenschaften mit dem Schwerpunkt Digitale Kommunikation.

Speaker0: Und als Wissenschaftlerin befasse ich mich vor allem mit strategischer und politischer

Speaker0: Kommunikation und dem Journalismus.

Speaker0: Besonders interessiert mich dabei, wie mediale Darstellungen unsere Wahrnehmung

Speaker0: beeinflussen und welche Bedeutung sie für das gesellschaftliche Zusammenleben haben.

Speaker0: Aber nicht nur der Nachrichtenjournalismus beeinflusst, wie wir die Welt wahrnehmen,

Speaker0: auch andere Medien, so setze ich mich auch mit Filmen, Videospielen oder natürlich

Speaker0: den Post in den sozialen Medien auseinander.

Speaker2: Und bevor wir gleich ins Thema einsteigen und unseren Gast dazu holen,

Speaker2: vielleicht noch ein paar Eckdaten zur ZU und zur ZF vorweg, Gerade auch für

Speaker2: diejenigen von euch, die das Unternehmen und die Uni vielleicht noch nicht so gut kennen.

Speaker0: Ja, ZF und ZU. Schon die Kürzel legen ja irgendwie eine Gemeinsamkeit nahe.

Speaker0: Das Z steht, so könnte man fast meinen, für die wahrscheinlich bekannteste Persönlichkeit

Speaker0: der Stadt Friedrichshafen, den Grafen Zeppelin.

Speaker0: Der ist ja Namensgeber für viele Einrichtungen hier und tatsächlich auch für

Speaker0: die ZU, die Zeppelin-Universität.

Speaker1: Aber wie sieht es denn

Speaker0: Da mit ZF aus? Ist das die Zeppelin-Fabrik, Zeppelin-Factory?

Speaker2: Das wäre originell, aber tatsächlich steht das Z hier ausnahmsweise nicht für

Speaker2: Graf Zeppelin oder sein Flugobjekt.

Speaker2: ZF steht für Zahnradfabrik, als die wir im Jahr 1915 gegründet wurden.

Speaker2: In der Gründungsurkunde da steht, dass das Unternehmen für die Herstellung von

Speaker2: Zahnrädern und Getrieben für Luftfahrzeuge, Motorwagen und Motorboote verantwortlich sein soll.

Speaker2: Ja, und hier schließt sich der Kreis, denn von Graf Zeppelin,

Speaker2: da kam der Anstoß zur Unternehmensgründung.

Speaker2: Und vor allem für die Motoren seiner Luftschiffe, da brauchte er hochpräzise

Speaker2: und auch vor allem leise Getriebe.

Speaker2: Auf die Luftfahrt aber hat sich unser Produktprogramm schon lange nicht mehr

Speaker2: beschränkt, denn schon in den 1920er Jahren kamen Getriebe für Autos dazu.

Speaker2: Heute, da zählen wir mit einem Umsatz von gut 38 Milliarden Euro und rund 153.000

Speaker2: Beschäftigten zu den größten Automobilzulieferern weltweit.

Speaker2: Wir sind Technologiepartner nahezu aller PKW- und LKW-Hersteller.

Speaker2: Ja, und was hat es denn mit der ZU auf sich, Judith? Denn im Vergleich zu uns

Speaker2: seid ihr ja noch eine eher junge Institution.

Speaker0: Ja, das kann man definitiv so sagen. So eine lange Geschichte hat die Zeppelin-Uni

Speaker0: noch nicht. Sie wurde tatsächlich erst 2003 als universitätsgleiche Hochschule anerkannt.

Speaker0: Also das heißt, im Gegensatz zu einer Fachhochschule hält sie zum Beispiel das

Speaker0: Promotions- und Habilitationsrecht.

Speaker0: Und sie war eine der ersten Universitäten in Deutschland, die das Bachelor-Master-System

Speaker0: eingeführt hat und zählt bis heute zu den wenigen Privathochschulen in Deutschland.

Speaker0: Das Motto der Uni lautet zwischen Wirtschaft, Kultur und Politik.

Speaker0: Und neben dem 2009 erbauten Seekampus hier in Friedrichshafen am Seemoserhorn,

Speaker0: vom ZDF übrigens als der Strand der guten Hoffnung bezeichnet,

Speaker0: gibt es seit 2012 auch ein ZF-Campus am Fallenbrunnen.

Speaker0: Und ja, 2023 konnte die Uni dann tatsächlich schon ihr 20-jähriges Bestehen feiern.

Speaker2: Obwohl das natürlich erst mal nach zwei völlig unterschiedlichen Institutionen

Speaker2: klingt, finden schon seit vielen Jahren die Akteure beider Seiten zusammen.

Speaker2: Zum Beispiel gibt es derzeit drei ZF-Stiftungslehrstühle, einen für Systeme

Speaker2: virtueller Realität, einen für Artificial Intelligence und einen für Kommunikationswissenschaften

Speaker2: mit dem Schwerpunkt Digitale Kommunikation.

Speaker2: Und in den ersten Folgen unseres Podcasts wollen wir euch die Lehrstühle mal

Speaker2: vorstellen. Und ihr werdet feststellen, die forschen da wirklich nicht im Elfenbeinturm,

Speaker2: sondern die liefern auch ganz praxisnahe Ergebnisse.

Speaker0: Ja, und um euch zu zeigen, wie die Mitarbeitenden von ZF und ZU an gemeinsamen

Speaker0: Lösungen für technische und kommunikative Herausforderungen arbeiten,

Speaker0: holen wir uns jeweils einen Gesprächspartner oder eine Gesprächspartnerin an unsere Seite.

Speaker0: Und heute ist das Professor Florian Mule, der den Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaften

Speaker0: innehat. Er hat Sozial- und Erziehungswissenschaften sowie Interdisciplinary

Speaker0: Media Studies an der Universität Bielefeld studiert.

Speaker0: Seine Promotion schrieb er über die Grenzen der Akteursfähigkeit sozialer Maschinen

Speaker0: in virtuellen Kommunikationsprozessen.

Speaker0: Dann hat er an verschiedenen Projekten geforscht, die an der Schnittstelle zwischen

Speaker0: Mediensoziologie, Politik und digitaler Kommunikation sich bewegen.

Speaker0: Und der Titel seiner Habilitation ist

Speaker0: Formen und Grenzen personalisierter Adressenbildung in der Kommunikation.

Speaker2: Ja, das klingt sehr spannend, aber ich

Speaker0: Denke, das sollte.

Speaker2: Man an dieser Stelle nicht unbedingt weiter vertiefen, denn ich glaube,

Speaker2: das wäre sogar noch ein Stoff für einen eigenen Podcast.

Speaker2: Aber offensichtlich kennt er sich mit KI und Fragen rund um die Kommunikation

Speaker2: zwischen Mensch und Maschine ziemlich gut aus.

Speaker2: Der richtige Ansprechpartner also für unser heutiges Thema. Und wir freuen uns,

Speaker2: dass Florian Mule heute unser Gast ist.

Speaker0: KI ist derzeit wirklich in aller Munde. Und wenn man da auf den Arbeitsmarkt

Speaker0: schaut, ist das Thema oft mit Ängsten verbunden.

Speaker0: Wie sicher ist eigentlich mein Arbeitsplatz? Werden wir vielleicht bald alle durch KI ersetzt?

Speaker0: Andererseits hört man von Expertinnen und Experten auch oft,

Speaker0: dass KI vielleicht bald Aufgaben übernehmen könnte, für die sich sonst keine

Speaker0: Arbeitskräfte mehr finden.

Speaker2: Ja, und oft reden und denken die Leute dann in Extremen, KI macht das alles

Speaker2: ganz prima und menschliche Arbeitskraft braucht es gar nicht.

Speaker2: Oder die KI ist eigentlich total nutzlos oder gar gefährlich und man sollte

Speaker2: am besten die Finger davon lassen.

Speaker2: Auch ihr bei der ZU und wir bei ZF haben uns natürlich mit diesem Thema auseinandergesetzt,

Speaker2: ob der Einsatz von KI eigentlich sinnvoll ist.

Speaker2: Und wir wollten das natürlich auch einfach mal ausprobieren.

Speaker0: Und der Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaften mit dem Schwerpunkt digitale

Speaker0: Kommunikation hat das Ganze wissenschaftlich begleitet und sich mal angeschaut,

Speaker0: wofür und von wem die KI eigentlich genutzt wird und auch wie das Arbeitsprozesse

Speaker0: verändert und wo vielleicht noch ungenutzte Möglichkeiten sind.

Speaker2: Ja, und in der ersten Folge des Podcasts, da wollen wir genau über diese Studie

Speaker2: sprechen und dazu haben wir uns Professor Florian Mule, der den Lehrstuhl seit

Speaker2: circa fünf Jahren innehat, zu uns an unsere Seite geholt.

Speaker2: Hallo Florian, herzlich willkommen und schön, dass du heute bei uns bist.

Speaker1: Hallo Jochen, hallo Judith, vielen Dank für die Möglichkeit,

Speaker1: hier mit euch zu sprechen.

Speaker1: Ja, in der Anmoderation haben wir ja kurz angesprochen,

Speaker2: Wozu du bislang geforscht hast. Da fehlen auch schon Stichworte wie Mensch,

Speaker2: Maschine, Digital, Akteursfähigkeit.

Speaker2: Und bevor wir auf das heutige Thema, die künstliche Intelligenz,

Speaker2: zu sprechen kommen, erzähl uns doch vielleicht erst mal, welche Themen ihr denn

Speaker2: am Lehrstuhl für digitale Kommunikation so in der Bandbreite eigentlich bearbeitet.

Speaker1: Ja, sehr gerne. Also das Oberthema ist natürlich digitale Kommunikation.

Speaker1: Und damit verbunden untersuchen wir am Lehrstuhl alle Facetten und Ebenen eigentlich

Speaker1: digitaler Kommunikation.

Speaker1: Der Soziologe Niklas Luhmann unterscheidet, wenn er sich Gesellschaft anschaut,

Speaker1: die Ebenen Interaktion, Organisation und eben Gesellschaft.

Speaker1: Und anhand dieser Differenzierung kann man eigentlich ganz gut auch sich anschauen, was wir machen.

Speaker1: Also Moment der Interaktion ist also beispielsweise die direkte Kommunikation

Speaker1: zwischen Menschen in sozialen Medien, aber auch die Mensch-Maschine-Kommunikation.

Speaker1: Ich habe mich viele Jahre lang mit der Interaktion mit Robotern beschäftigt,

Speaker1: mache das aktuell in einem anderen Forschungsprojekt auch wieder.

Speaker1: Auf der Ebene von Organisation beispielsweise ist die Zusammenarbeit auch mit

Speaker1: ZF angesiedelt, wo wir die Einführung von Microsoft Co-Pilot begleitet haben.

Speaker1: Aber aktuell untersuchen wir beispielsweise auch, wie generative KI im Bereich

Speaker1: der professionellen Kommunikation, also in der PR-Branche eingeführt wird und

Speaker1: führen da Interviews beispielsweise auch.

Speaker1: Vielleicht können wir da auch noch drüber sprechen. Und dann die Ebene der Gesellschaft.

Speaker1: Das betrifft dann vor allen Dingen öffentliche Kommunikation.

Speaker1: Da untersuche ich selbst, wie im Bereich der politischen Kommunikation auch

Speaker1: versucht wird, öffentliche Meinung zu beeinflussen, teilweise auch mit

Speaker1: Mit Bots, mit künstlicher Intelligenz und Judith,

Speaker1: die ja hier auch mit dir zusammen den Podcast moderiert, hat in den letzten

Speaker1: Jahren untersucht, wie in der deutschen Medienlandschaft über Auslandseinsätze

Speaker1: der Bundeswehr berichtet wird und da zum Beispiel auch untersucht,

Speaker1: welches Afrika-Bild reproduziert wird.

Speaker1: Also das ist die ganze Bandbreite dessen, was wir tun.

Speaker2: Das ist sehr spannend und das geht ja wirklich von der breiten Gesellschaft

Speaker2: bis auf die Mikroebene in den Unternehmen.

Speaker2: Auch hier gilt, fiel mir gerade ein, als du gesagt hast, man kann nicht nicht

Speaker2: kommunizieren. Das gilt natürlich für unsere Interaktion mit der KI auch.

Speaker2: Und das führt mich auch zu der Frage, wie du denn selbst, persönlich KI denn

Speaker2: nutzt. Denn dass du sie nutzt, das liegt ja auf der Hand.

Speaker2: Die Frage ist dann aber, wie ist sie denn Teil deines Arbeitsalltags?

Speaker1: Naja, auf der einen Seite ja tatsächlich als Untersuchungsgegenstand.

Speaker1: Wenn deine Frage aber eher dahin zieht, wie ich das denn so selber nutze.

Speaker1: Und ich an generative KI denke oder den Co-Pilot auch, den wir bei uns in der

Speaker1: Universität auch nutzen, dann vorwiegend für Übersetzungszwecke.

Speaker1: Recherche mache ich möglichst gar nicht oder nur um herauszufinden,

Speaker1: wie schlecht das funktioniert, muss ich sagen.

Speaker1: Also das ist ein Bereich, wo ich sagen würde, bitte nicht darauf vertrauen,

Speaker1: zumindest nicht ungeprüft, was herauskommt, wenn man KI als Recherchetool benutzt.

Speaker1: Aber da ich auch viel auf Englisch schreibe, hilft mir KI da enorm.

Speaker1: Also ich habe so festgestellt in den letzten Jahren, wenn ich selber auf Englisch

Speaker1: formuliere, brauche ich ungefähr dreimal so lange, wie wenn ich deutsche Texte schreibe.

Speaker1: Und jetzt mache ich das so, dass ich sie auf Deutsch schreibe,

Speaker1: dann lasse ich sie einmal übersetzen. Und dann überarbeite ich sie noch.

Speaker1: Und wenn es dann um eine Publikation geht, dann werden sie immer auch noch muttersprachlich gegengelesen.

Speaker1: Aber das geht auf jeden Fall dann schneller. Und da funktioniert es wirklich

Speaker1: ganz gut, meines Erachtens.

Speaker0: Ja prima, dann würde ich sagen, wir kommen einfach mal zur Studie bei ZF,

Speaker0: also einmal von der ZU zur ZF, KI-Nutzung.

Speaker0: Die hast du und dein Team, ihr habt das ja wissenschaftlich begleitet und wenn

Speaker0: wir vielleicht mal ganz vorne anfangen, wie können wir uns eine Kooperation

Speaker0: denn vorstellen, also wie läuft das ab, wie kommt man da ins Gespräch,

Speaker0: welche Arbeitsschritte durchläuft vielleicht so ein Prozess dann auch?

Speaker1: Ja, das war ganz spannend und in der Form habe ich diese Art der Forschung vorher

Speaker1: auch noch nicht gemacht.

Speaker1: Normalerweise schreiben wir Anträge und suchen uns dann selber Menschen,

Speaker1: die bereit sind, in irgendeiner Art und Weise uns Auskunft zu geben über das, was sie tun.

Speaker1: In diesem besonderen Fall, wo wir praktisch schon diese institutionelle Kooperation haben,

Speaker1: Wir uns in unserem Team, also vor allen Dingen Niklas Ulrich,

Speaker1: einer unserer Mitarbeiter und ich, uns im Frühjahr 2023 war das, glaube ich,

Speaker1: mit dem Kommunikationsteam bei ZF zusammengesetzt und erst einmal ausgetauscht,

Speaker1: was sind die Themen, die uns interessieren.

Speaker1: Und zu dem Zeitpunkt stand gerade die Co-Pilot-Einführung bei ZF an,

Speaker1: die dann eben auch von der Kommunikationsabteilung begleitet werden musste.

Speaker1: Und wir haben dann schnell gemerkt, bei vielen unterschiedlichen Themen,

Speaker1: die spannend gewesen wären, das ist etwas, da können wir direkt zusammenarbeiten

Speaker1: und da haben beide Seiten etwas davon.

Speaker1: So haben wir in einem gemeinsamen Meeting in der ZF-Zentrale überhaupt erst

Speaker1: mal dieses Thema festgelegt.

Speaker1: Und dann hat das noch eine ganze Weile gedauert, bis wir wirklich loslegen konnten,

Speaker1: weil man dann doch merkt, in

Speaker1: einem großen Unternehmen wie ZF müssen viele Beteiligte involviert werden.

Speaker1: Da gibt es dann die Leute, die verantwortlich sind, die haben auch bestimmte

Speaker1: Interessenlagen, die wollen natürlich auch bestimmte Fragen beantwortet haben.

Speaker1: Wir haben von der wissenschaftlichen Seite bestimmte Fragen schon im Kopf. Es gibt

Speaker1: Es gibt Fragebögen, die schon existieren, beispielsweise zur Einstellung gegenüber von KI.

Speaker1: Es gibt Forschungen zu Technikakzeptanz, wo man bestimmte Fragen eigentlich schon im Kopf hat.

Speaker1: Und dann gibt es den Betriebsrat, Ballzeit F, der natürlich auch zustimmen muss.

Speaker1: Dann gibt es den Datenschutz, es muss geklärt werden, welche Fragen dürfen wir eigentlich stellen.

Speaker1: Also es war ein längerer Prozess, in dem auch der Fragebogen mehrmals umgemodelt

Speaker1: werden musste, ohne dass ich jetzt sagen würde, dass das in irgendeiner Art

Speaker1: und Weise eine Auftragsforschung im engeren Sinne war, aber sehr komplex.

Speaker1: Und dann ging es dann im Mai 2023, glaube ich, das erste Mal los.

Speaker0: Ja, das klingt auf jeden Fall nach einem langen Projekt und auch nicht so ganz

Speaker0: einfach in der Strukturierung, wobei, glaube ich, die Ergebnisse dafür sprechen,

Speaker0: dass es dann ganz gut gelaufen ist.

Speaker0: Oder zumindest habt ihr einige spannende Ergebnisse produzieren können.

Speaker0: Und vielleicht fangen wir mal damit an, wo KI eigentlich genutzt wird.

Speaker0: Also was habt ihr denn da rausgefunden?

Speaker0: Sind das nur die Leute, die am Computer arbeiten und Texte schreiben oder wird

Speaker0: das vielleicht auch in anderen Bereichen genutzt?

Speaker1: Also vielleicht erst mal als Grundlage, wir haben diese Studie also unternehmensweit

Speaker1: gemacht, die wurde ausgespielt an alle Mitarbeitenden bei ZF und zweimal,

Speaker1: also es gibt eine Analyse einmal drei Monate nach der Einführung und dann ein

Speaker1: Jahr später, ungefähr ein Jahr später noch einmal.

Speaker1: Und was wir herausfinden konnten, das Stand Sommer letzten Jahres,

Speaker1: da war die zweite Erhebungswelle, immerhin gut zwei Drittel der Mitarbeitenden

Speaker1: bei ZF, die an dieser Studie teilgenommen haben,

Speaker1: Co-Pilot als die KI, um die es ging, nutzen.

Speaker1: Schaut man sich jetzt an, wie sich das genauer verteilt innerhalb des Unternehmens,

Speaker1: sieht man wenig überraschend wahrscheinlich,

Speaker1: dass in den Bereichen Wartung und Reparatur oder Produktion es signifikant weniger

Speaker1: genutzt wird als beispielsweise in der IT.

Speaker1: Also die IT ist auf jeden Fall der Bereich, wo es am stärksten genutzt wird,

Speaker1: was einerseits natürlich mit der Affinität der Menschen dort zur Technologie zu tun hat,

Speaker1: aber andererseits auch damit, dass man mit Co-Pilot auch ganz gut Programmieraufgaben übernehmen kann.

Speaker1: Jetzt hast du schon gesagt,

Speaker0: So der Umfang ist unterschiedlich, wie die Leute das nutzen,

Speaker0: aber habt ihr was rausgefunden, wie effektiv die Nutzung auch tatsächlich ist?

Speaker0: Also hilft das den Leuten auch oder ist es eher so eine Spielerei?

Speaker1: Das ist eine sehr gute und gleichzeitig sehr schwierig zu beantwortende Frage.

Speaker1: Wenn man Effizienz beurteilen möchte, muss man ja einerseits genau,

Speaker1: idealerweise hat man Feldbedingungen, wo man den Zustand vorher genauer sich anschaut.

Speaker1: Man guckt sich den Arbeitsprozess einer Programmiererin ein.

Speaker1: Was hat sie gemacht ohne KI und wie sieht es denn mit den gleichen Aufgaben

Speaker1: heute aus, wenn sie KI nutzt?

Speaker1: Dann könnte man wirklich relativ sicher untersuchen, wie die Effizienzsteigerung ist.

Speaker1: Wir haben in der Studie, die wir durchgeführt haben, nicht nach Effizienzgewinn

Speaker1: gefragt, deswegen können wir bei ZF da gar nicht so viel sagen.

Speaker1: Wir wissen aus anderen Studien, die es mittlerweile gibt, auch im weltweiten

Speaker1: Maßstab bei großen Unternehmen, vor allen Dingen, dass es offensichtlich feststellbar

Speaker1: ist, dass Menschen schneller arbeiten tatsächlich.

Speaker1: Das sagen uns auch Interviewpartner, dass es natürlich darum geht,

Speaker1: Routineaufgaben zu automatisieren, dass das dann schneller geht.

Speaker1: Gleichzeitig, und das ist ein nicht zu unterschätzender Punkt,

Speaker1: gibt es erste Studien, das ist nicht unsere Studie, die darauf hinweisen,

Speaker1: dass beispielsweise für die Korrektur der Ergebnisse von KI ungefähr bis zu

Speaker1: 40 Prozent der eingesparten Zeit wieder draufgehen.

Speaker1: Also nach Auskunft der Leute, die damit arbeiten und die Erfahrung,

Speaker1: wir hatten das vorhin, wie nutze ich das selber, wenn ich mal damit rumspiele, habe ich auch.

Speaker1: Es kommt sogar vor, dass ich das nutze, dann ist es beim ersten Ergebnis gar

Speaker1: nicht so schlecht, dann versuche ich es zu verbessern, aber es wird immer schlechter.

Speaker1: Und dann mache ich es dann doch lieber selber und schätze, das liegt nicht allein

Speaker1: an meinen schlechten Fähigkeiten, sondern eben auch daran, wie die KI heute funktioniert.

Speaker1: Also das heißt, Effizienzgewinne gibt es teilweise, aber sie müssen wiederum

Speaker1: relativiert werden, weil man viel Arbeit wieder drumherum hat.

Speaker1: Und eine ganz aktuelle Studie, das gerade vor kurzem aus den USA darüber berichtet

Speaker1: worden ist, nur eine Fallstudie aus einem Unternehmen,

Speaker1: da wurde auch darüber berichtet, dass die Nutzung von KI dort im Unternehmen

Speaker1: zunächst einmal dazu führt, dass die Leute auch bereitwillig mehr arbeiten und

Speaker1: auch schneller arbeiten,

Speaker1: mehr Aufgaben übernehmen, ihren Arbeitstag ausweiten,

Speaker1: was von Unternehmensperspektive her natürlich erstmal gar nicht so schlecht klingt.

Speaker1: Gleichzeitig besteht dann natürlich die Gefahr, also man spricht dann von einer

Speaker1: Arbeitsintensivierung,

Speaker1: dass ganz schnell dann auch die Ergebnisse schlechter werden oder dass es dann

Speaker1: in der Folge natürlich auch zu Burnout-Problemen oder Ähnlichem kommt durch

Speaker1: zu viele Aufgaben zugleich oder eben auch Arbeitsüberlassungen.

Speaker1: Also das darf man als Unternehmen nicht vernachlässigen, diese Problematik, die mit.

Speaker1: Man kann ganz schnell ganz Verschiedenes machen, auch einhergeht auf der anderen Seite.

Speaker0: Ja, das deutet ja auch so ein bisschen darauf hin, dass die Leute eigentlich

Speaker0: KI ganz gern nutzen oder das vielleicht auch spannend finden,

Speaker0: wenn sie sogar mehr Zeit dann damit zubringen.

Speaker0: Vielleicht mal die Frage, wie ist das denn, also kann man sagen,

Speaker0: es gibt Leute, die KI lieber nutzen als andere, also so gemessen,

Speaker0: also jetzt nicht gemessen daran,

Speaker0: wo sie arbeiten, sondern vielleicht auch gemessen daran, wie alt sie sind,

Speaker0: irgendwie welchen Bildungsstand sie haben.

Speaker1: Ja, also

Speaker1: Mit Blick jetzt nochmal wieder auf die Studie bei ZF, ganz eindeutig sind es

Speaker1: auch wieder wenig überraschend, die jüngeren Leute, die technologieaffiner sind

Speaker1: und dann auch schneller und lieber KI nutzen.

Speaker1: Es gibt auch, ZF ist ein global operierendes Unternehmen, eindeutige Hinweise

Speaker1: auf regionale Unterschiede.

Speaker1: Also in Südamerika beispielsweise und in Indien nutzen Mitarbeiterinnen und

Speaker1: Mitarbeiter bei ZF die KI signifikant mehr als das beispielsweise in Nordamerika

Speaker1: oder auch in Europa der Fall ist.

Speaker1: Und das entspricht auch durchaus Einsichten über so allgemeine KI-Akzeptanz

Speaker1: in der Bevölkerung, wo man sehen kann, dass beispielsweise in Südamerika oder

Speaker1: in Indien die Technologie-Akzeptanz im Durchschnitt höher ist.

Speaker2: Das heißt also, da spiegeln sich schon auch gesellschaftliche oder regionale

Speaker2: Trends ganz einfach wieder,

Speaker1: Wenn du so eine Studie machst. Genau, genau. Und das ist natürlich ganz toll,

Speaker1: auch aus wissenschaftlicher Perspektive, dass ZDF ein großes Unternehmen ist,

Speaker1: weil wir das dann halt anhand dieser einen Fallstudie in diesem einen Unternehmen

Speaker1: sogar untersuchen können.

Speaker1: Was auch spannend ist, bei ZF haben wir festgestellt, das habe ich gerade schon

Speaker1: gesagt, so zwei Drittel der Mitarbeitenden nutzen es.

Speaker1: Es gibt eine Gruppe, die sowohl für ZF als auch für uns nicht ganz uninteressant

Speaker1: ist, glaube ich, das sind diejenigen, die wissen, dass es das gibt,

Speaker1: die aber es nicht nutzen.

Speaker1: Also es gibt auch Leute, die es noch immer nicht mitbekommen haben,

Speaker1: vielleicht weil es auch in ihrem Arbeitsplatz gar keine Rolle spielt,

Speaker1: aber es gibt auch Leute, die wissen es, aber nutzen es nicht.

Speaker1: Und selbst unter denen, also man kann dann deutlich feststellen,

Speaker1: die sind insgesamt skeptischer gegenüber KI als Technologie auch,

Speaker1: aber selbst unter denen findet man...

Speaker1: Knapp 80 Prozent der Leute, die einsehen, dass das für die Zukunft wichtig ist

Speaker1: und immer wichtiger werden wird.

Speaker1: Also das heißt, man hat irgendwie eine Einsicht bei Leuten, das wir jetzt brauchen und das braucht es auch.

Speaker1: Man sieht dann aber gleichzeitig auch, dass einige von denen halt lieber die

Speaker1: Finger davon lassen würden.

Speaker1: Und an der Stelle ist dann beispielsweise für ZF auch die Möglichkeit natürlich

Speaker1: zu gucken, wie kann man die besser begleiten, wenn man denn möchte,

Speaker1: dass sie da stärker und lieber reingehen und auch ausprobieren wollen.

Speaker1: Du hast das angesprochen und das merkt man natürlich.

Speaker1: Also viele Leute probieren das total gerne aus. Ich habe auch damit ein bisschen

Speaker1: rumgespielt oder spiele immer mal wieder damit rum.

Speaker1: Und das ist natürlich auch eine Phase, die ist ganz typisch für so frühe Technologie-Einführungen.

Speaker1: Das ist die Phase des Ausprobierens.

Speaker2: Da ist ja vielleicht ganz gut, dass sich so die privaten menschlichen Interessen

Speaker2: dann mischen und man wird vielleicht so, sie lässt sich mal ein Kochrezept suchen

Speaker2: oder Ideen für den Urlaub.

Speaker2: Man hat sich mit der Technologie schon vertraut gemacht und kann dann sagen,

Speaker2: hey, in meinem Arbeitsumfeld wird das auch angeboten, was kann ich denn da damit

Speaker2: machen? Mit diesen Spezifika, die ich dort zu erledigen.

Speaker1: Und also neben der Studie, wo wir eine Befragung unter den ganzen Mitarbeiterinnen

Speaker1: bei ZDF gemacht haben, haben wir auch Interviews noch geführt mit verschiedenen

Speaker1: Leuten, die beteiligt waren an der Einführung, auch verantwortlich waren an der Einführung.

Speaker1: Und in einem dieser Interviews wurde auch deutlich, dass natürlich auch schon Ende 2022, Anfang 2023,

Speaker1: also als Chat-GPT öffentlich wurde, das Unternehmen gemerkt hat,

Speaker1: die Leute, also bestimmte Leute im Unternehmen, eben die technikaffinen Leute,

Speaker1: die fangen natürlich damit an rumzuspielen und dann fangen die natürlich auch

Speaker1: an Arbeitsaufgaben damit zu machen.

Speaker1: Und das heißt, es gibt an der Stelle auch einen gewissen Druck und das findet

Speaker1: man in anderen Unternehmen natürlich auch, dass man sieht, es gibt da Leute,

Speaker1: die fangen an, damit zu arbeiten.

Speaker1: Die machen irgendwas, was eigentlich so nicht vorgesehen war bisher.

Speaker1: Und dann muss man von Unternehmensseite versuchen, das wieder einzufangen und

Speaker1: natürlich auch zu gucken, mit was für Daten arbeiten die denn da?

Speaker1: Wo gehen die denn eigentlich hin?

Speaker2: Ja klar, es ist ja schön, dass die Leute so motiviert sind und natürlich sehen

Speaker2: Menschen diesen Übertrag leisten und sagen, Aber ja, natürlich.

Speaker2: Und da sind wir dann auch sehr schnell ins Handeln gekommen,

Speaker2: um zu sagen, Achtung, da geht es natürlich auch um ZF-internes Wissen.

Speaker2: Wie geht man da damit um, dass das eben für uns zugänglich ist,

Speaker2: aber nicht sozusagen für die komplett lernende KI.

Speaker1: Genau und das sind wahrscheinlich die zwei Herausforderungen für Unternehmen.

Speaker1: Auf der einen Seite den Wildwuchs einzufangen ab einem bestimmten Punkt,

Speaker1: der von den technikaffinen Leuten passiert und auf der anderen Seite die Leute,

Speaker1: die sich bedroht fühlen, ein bisschen verängstigt sind, dann auch einzuholen und ihnen zu zeigen,

Speaker1: an welchen Stellen es vielleicht sinnvoll sein kann, das zu nutzen.

Speaker0: Jetzt sind wir schon fast bei der organisatorischen Ebene irgendwie angekommen.

Speaker0: Wie geht eigentlich das Unternehmen damit um? Ich hätte aber tatsächlich nochmal

Speaker0: eine Frage zu denen, die es nutzen oder vielleicht auch nicht nutzen.

Speaker0: Wie ist denn das Vertrauen von den Mitarbeitenden selbst in die Ergebnisse,

Speaker0: die die Kategorie liefert?

Speaker0: Also ist es tatsächlich so, du hattest es vorhin schon angesprochen,

Speaker0: dass es eine Studie gibt, wo 40 Prozent der eingesparten Arbeitszeit wieder

Speaker0: obendrauf kommen, wenn man überprüft.

Speaker0: Habt ihr da Erkenntnisse erlangen können, wie das bei ZF ist?

Speaker0: Ob die Leute sagen, na, wenn die KI mir was produziert, dann nehme ich das so, wie es ist?

Speaker0: Oder sagen die, da muss man schon ganz schön vorsichtig sein,

Speaker0: was einem da eigentlich vorgesetzt wird?

Speaker1: Also es gibt eine Frage in diesem Fragebogen.

Speaker1: Ich weiß den ganz genauen Wortlaut gerade nicht, die nochmal danach fragt,

Speaker1: ob die Leute das auch nochmal überprüfen.

Speaker1: Und natürlich geben dann eigentlich alle Leute an, ja selbstverständlich.

Speaker1: Das hat was mit sozialer Erwünschtheit zu tun. Das ist so auch ein Phänomen

Speaker1: in der Fragebogen oder auch in der Interviewforschung.

Speaker1: Das darf man dann, oder muss man in Klammern sehen, die Ergebnisse,

Speaker1: weil man natürlich davon ausgehen kann, wir alle kennen Arbeitsalltag,

Speaker1: dass das auch durchaus mal passieren kann, dass man das nicht immer kontrolliert.

Speaker1: Mit Blick auf das Vertrauen in die Ergebnisse konnten wir feststellen,

Speaker1: und da weiß man nicht, wie die Kausalität ist, also dass die Leute,

Speaker1: die das sehr häufig nutzen, also täglich nutzen,

Speaker1: die Ergebnisse sehr viel besser einschätzen, als die Leute, die es nur gelegentlich nutzen.

Speaker1: Das kann natürlich jetzt auch ein Effekt davon sein, dass Leute,

Speaker1: die es viel nutzen, die sind natürlich geübt darin, die KI besser zu prompten,

Speaker1: wie man ja sagt, und sind damit, weil sie mehr Skills haben in der Lage,

Speaker1: bessere Ergebnisse zu produzieren.

Speaker1: Und zugleich, und das haben wir auch in der anderen Studie, die ich am Anfang

Speaker1: erwähnt habe, also wo es um KI in der PR-Branche geht,

Speaker1: herausgefunden, sagen alle, also die Ergebnisse lassen nach wie vor zu wünschen

Speaker1: übrig, dann kriegt die KI mal so eine 3 plus als Note vielleicht.

Speaker1: Und gerade im Kommunikationsbereich, wo ja KI auch genutzt wird,

Speaker1: um die Arbeitsprodukte selbst zu erzeugen, also kommunikative Produkte zu erzeugen,

Speaker1: da gilt selbstverständlich, also in einem Unternehmen beispielsweise,

Speaker1: das sogenannte Sechs-Augen-Prinzip.

Speaker1: Also da ist festgelegt in den Unternehmen, also nichts, was mit Hilfe von KI

Speaker1: generiert wurde, darf das Unternehmen nach außen hin verlassen,

Speaker1: wenn nicht drei Leute drauf geguckt haben.

Speaker1: Also da wird sogar gesagt, also es müssen mehr Leute drauf gucken,

Speaker1: als die Personen, die da gerade mit der KI zusammengearbeitet hat.

Speaker0: Das heißt, das Vertrauen scheint nicht ganz so 100 Prozent zu sein.

Speaker0: Also man ist sich durchaus bewusst, dass man der KI da auf die Finger gucken

Speaker0: muss, wenn man so sagen will.

Speaker0: Ist das denn auch für die Leute, die es nicht nutzen, du hast ja diese Unterscheidung

Speaker0: gemacht zwischen nicht wissend und nicht nutzend.

Speaker0: Die Leute, die das nicht nutzen, ist das tatsächlich deren Hauptgrund?

Speaker0: Kannst du dazu was sagen?

Speaker0: Haben die sich irgendwie geäußert oder geht es da auch um so Sachen wie zum

Speaker0: Beispiel Datenschutz oder dass sie sich da nicht sicher fühlen?

Speaker1: Also was wir anhand der Umfrage erkennen konnten bei den Leuten,

Speaker1: die sich dafür entschieden haben, das nicht zu nutzen.

Speaker1: Also zum einen gibt es klare Hinweise, dass sie wenig Interesse haben.

Speaker1: Also es gibt eine Frage, also macht es ihnen Spaß, sich mit neuen Techniken auseinanderzusetzen?

Speaker1: Und da sind es so knapp 10 Prozent der Leute, die sagen, ja,

Speaker1: ich finde das irgendwie schon interessant.

Speaker1: Also der Großteil der Leute ist da einfach zurückhaltend.

Speaker1: Was wir auch feststellen konnten, ist, dass die Leute sich erkennbar mehr Information

Speaker1: gewünscht hätten und auch mehr Hilfestellung gewünscht hätten.

Speaker1: Das ist jetzt wieder ein interessanter Effekt, weil die Leute,

Speaker1: die es viel nutzen, die sagen in der Tendenz, Wir sind gut informiert worden

Speaker1: und wir haben genügend Hilfestellung erhalten,

Speaker1: was möglicherweise für diese Gruppe auch der Fall ist, weil die brauchen gar

Speaker1: nicht so viel Hilfestellung und die sind in der Lage und willens,

Speaker1: sich die Informationen selber zuzufügen und das ist ein Teil des Ausprobierens, was wir hatten.

Speaker1: Aber die Leute, die weniger Interesse haben, auch ängstlich sind im Umgang mit

Speaker1: neuen Technologien, die brauchen ganz offensichtlich mehr Hilfestellung.

Speaker1: Also müssen mehr an die Hand genommen werden.

Speaker1: Und das ist natürlich gerade in der Phase des Anfangs des Ausprobierens eine Herausforderung.

Speaker1: Und das sehen wir übrigens nicht nur in einem Industrieunternehmen wie ZF,

Speaker1: sondern tatsächlich auch in der Kommunikationsbranche, wo in der Tendenz die

Speaker1: Leute alle technikaffin sind.

Speaker1: Also wenn das jetzt keine Audioaufzeichnung hier wäre, sondern eine Videoaufzeichnung,

Speaker1: würde man sehen, wie viel Technik hier rumsteht für diese Aufzeichnung.

Speaker1: Und das ist ja normal in der Kommunikationsbranche.

Speaker1: Und selbst da sagen die Leute, die da verantwortlich sind,

Speaker1: wie wichtig es ist, so eine Kultur des Ausprobierens auch zu schaffen und wie

Speaker1: wichtig es ist, den Leuten Use Cases bereitzustellen, Prompt-Bibliotheken bereitzustellen

Speaker1: und wirklich zu zeigen, für diesen Zweck,

Speaker1: den ihr in eurer alltäglichen Arbeit zu erfüllen habt, da gibt es diese Hilfestellung.

Speaker1: Da könnt ihr genau in dieser Hinsicht das nutzen. Und hier habt ihr ein Beispiel, wie das geht.

Speaker0: Genau, jetzt hast du schon so ein bisschen skizziert, wie man vielleicht den

Speaker0: Leuten, die Leute unterstützen kann dabei, sich der KI auch anzunähern und vielleicht

Speaker0: sie auch zum sinnvollen Einsatz von KI zu motivieren.

Speaker0: Ich meine, du hast gesagt, ihr habt auch mit Leuten gesprochen,

Speaker0: die in der Führungsebene sind und das Ganze mit anleiten.

Speaker0: Haben die sich irgendwie auch dazu geäußert, ob sie Angst haben,

Speaker0: dass vielleicht die Arbeitsqualität nachlasst oder dass vielleicht auch die

Speaker0: Zusammenarbeit im Team sich verändert, weil die Leute vielleicht mehr auf die

Speaker0: KI fokussiert sind, als wieder miteinander zu sprechen. und sich vielleicht

Speaker0: auch gegenseitig Feedback zu geben?

Speaker1: Also gerade auf Seite derjenigen, die für die Einführung verantwortlich sind, absolut nicht.

Speaker1: Also die Leute sind felsenfest davon überzeugt gewesen, wie wichtig es ist,

Speaker1: also auch für die Zukunft des

Speaker1: Unternehmens, dass so etwas wie eine AI-Literacy sich breit durchsetzt.

Speaker1: Also wir haben da, und das ist natürlich ein Punkt, und das ist auch nicht ZF-spezifisch

Speaker1: und auch nicht industrie-spezifisch eine Situation, dass man in Konkurrenz steht

Speaker1: zu anderen Unternehmen, dass wir seit vielen Jahren natürlich Innovationsabläufe haben.

Speaker1: Also wir hatten Industrie 4.0, jetzt haben wir generative KI,

Speaker1: wo man immer versuchen muss zu schauen, was haben wir für technische Entwicklungen,

Speaker1: sind die relevant für uns und immer vor der Frage steht,

Speaker1: wenn wir uns dagegen entscheiden, das jetzt einzuführen, kann das zu einem Wettbewerbsnachteil

Speaker1: führen, weil die anderen das machen und weil es eben Effizienzgewinne bringt.

Speaker1: Also dieses Versprechen des Effizienzgewinns war von Anfang an da.

Speaker1: Selbst wenn noch niemand genau wusste, wie man das jetzt genau hinbekommt.

Speaker1: Und das ist in den Interviews auch deutlich geworden.

Speaker1: Man hat das irgendwie gesehen, dann hat man sich zusammengesetzt,

Speaker1: eine Gruppe gegründet, auch bei ZDF von Leuten, die sich das mal angucken wollten

Speaker1: und dann überlegt haben, was können wir jetzt damit machen.

Speaker2: Ich denke, der Aspekt Effizienzgewinn ist ja generell einer,

Speaker2: der in der Wirtschaft, egal in der Wirtschaft, eine sehr zentrale Rolle spielt.

Speaker2: Und ob das jetzt KI ist oder in der Produktion beispielsweise oder in der Logistik,

Speaker2: da ist es natürlich klar, man muss quasi auf diesen Zug aufspringen Denn sonst

Speaker2: ist man eigentlich weg, weil alle anderen werden es eh tun.

Speaker2: Und deswegen ist es natürlich auch in unserem Interesse, Menschen zu fördern

Speaker2: und sich diesem Thema sehr früh natürlich dann auch zu widmen.

Speaker1: Genau. Und also wie wir das jetzt so rekonstruieren auf Grundlage auch unserer

Speaker1: Forschung, kann man halt feststellen, also erst einmal von der Leitungsebene

Speaker1: her, der Wunsch, das im Unternehmen durchzusetzen,

Speaker1: verbunden mit der Idee, also dass es erstmal darum geht, das sind auch so Begriffe,

Speaker1: also die Leute im Unternehmen zu enablen,

Speaker1: also eben sie mit AI Literacy zu versorgen und sie sollen dann erstmal ausprobieren.

Speaker1: Sie sollen überhaupt mal in die Lage versetzt werden, zu gucken, was ist das.

Speaker1: Und dann sieht man schon so einen zeitlichen Horizont. Und das haben dann uns

Speaker1: unsere Gesprächspartner auch so gesagt. Na, jetzt probieren wir mal erstmal aus.

Speaker1: Und dann dürfen die Leute auch überall ein bisschen rumprobieren und gucken, was kann man machen.

Speaker1: Und ab einem bestimmten Zeitpunkt setzen wir eine Governance ein,

Speaker1: wo es dann darum geht zu gucken, was sind denn jetzt die Zwecke,

Speaker1: die sich durchsetzen und wo wir wirklich Effizienzgewinne, vor allen Dingen

Speaker1: auch im Sinne von Geldeinsparungen, abschöpfen können.

Speaker1: Und da sind dann die Sorgen, also auf der Leitungsebene, um wie verändert sich

Speaker1: die Kooperation zwischen den Leuten erst mal.

Speaker1: Nicht nur zweitrangig, sondern wahrscheinlich auch sehr, sehr hintergründig.

Speaker2: Weil man kann es vielleicht am Anfang ja auch gar nicht quantifizieren.

Speaker2: In der Produktion ist es vielleicht einfach, da etablieren sich dann über die

Speaker2: Zeit auch relativ schnell Dinge.

Speaker2: Aber in diesen Prozessen, man weiß es ja selber, wenn man mal am Rechner sitzt,

Speaker2: wie schnell da eben Zeit vergeht.

Speaker2: Und du sagst es ja auch, man braucht wieder vielleicht 40 Prozent Zeit zur Kontrolle.

Speaker2: Aber da gehen ja viele Sachen so fließend ineinander über.

Speaker2: Man müsste ja eigentlich mit der Stoppuhr jeden kleinen Schritt dann wieder

Speaker2: arbeitsmäßig erfassen.

Speaker2: Und das Auswerten, ich glaube, das wäre gar nicht darstellbar und wäre auch

Speaker2: kontraproduktiv, weil wir nutzen ja, glaube ich, alle, also so geht es mir zumindest

Speaker2: auch, glaube ich, diesen Gaming-Effekt, der, glaube ich, in uns allen drin wohnt

Speaker2: und sind dann da dabei und probieren das aus.

Speaker1: Also das wäre natürlich auch falsch, also so eine Art Kontrolle durchzuführen,

Speaker1: also auch im Sinne der Arbeitszufriedenheit und das ist natürlich eine große

Speaker1: Herausforderung, die sich dann stellt und darauf verweist ja diese eine Studie,

Speaker1: die ich gerade erwähnt habe, die deutlich gemacht hat, dass es auch zu einer

Speaker1: Arbeitszeit für Dichtung kommt,

Speaker1: dass in dieser Phase, in der wir gerade sind, wo sie es wirklich etabliert hat

Speaker1: und wahrscheinlich auch so nach und nach Nutzungsweisen sich etablieren und

Speaker1: Use Cases sich etablieren, auch wichtig wird,

Speaker1: spätestens jetzt darauf zu gucken, was macht denn das eigentlich mit den Mitarbeitenden

Speaker1: und dann die Effizienzperspektive auch ein bisschen

Speaker1: auszuweiten im Hinblick auf Gesundheit oder auch eben Arbeitszufriedenheit.

Speaker1: Also weil es ist ja auch kein Geheimwissen, dass Menschen, die arbeitszufrieden

Speaker1: sind, dass die auch besser und auch produktiver arbeiten als die Leute,

Speaker1: die sich unter Druck gesetzt fühlen.

Speaker1: Das heißt, es geht eigentlich erstmal darum, die Leute überhaupt zu motivieren,

Speaker1: die KI zu nutzen und dann zu gucken,

Speaker0: Wie wollen wir das eigentlich strukturieren oder was brauchen die Leute vielleicht

Speaker0: auch, wenn ich das richtig verstanden habe.

Speaker0: Und du hattest auch schon angesprochen oder das Stichwort genannt der Governance.

Speaker0: Also ich gehe mal davon aus, du meinst damit, dass es irgendwie auch so ein

Speaker0: gewisse Regulatorien oder ein System braucht und dass das Ganze eingebettet

Speaker0: wird. Wie sieht es denn da aus bei ZF?

Speaker0: Wird der Einsatz von KI auch ein Stück weit kontrolliert? Also gibt es da konkrete

Speaker0: Maßnahmen auch, um die Leute anzuleiten und vielleicht auch klare Grenzen zu setzen?

Speaker1: So viel ich weiß, das war jetzt nicht Gegenstand der Studie,

Speaker1: gibt es einen Ethikrat, der auch eingeführt worden ist, der sehr wichtig ist,

Speaker1: wenn es darum geht, bestimmte Einsatzszenarien ausprobieren zu wollen,

Speaker1: um zu schauen, dürfen wir das, sollen wir das, können wir das?

Speaker1: Und ansonsten geht es da natürlich viel auch um, also bei der Governance auf

Speaker1: Unternehmensseite viel darum, welche KI-Tools dürfen denn eigentlich genutzt werden.

Speaker1: Und also die Entscheidung für das konkrete Tool, das wir auch untersucht haben,

Speaker1: hatte viel damit zu tun, dass man dann auch herausfinden konnte,

Speaker1: wo landen dann die Daten und dass sichergestellt wurde, dass die eben nicht

Speaker1: irgendwo außerhalb des Unternehmens landen und damit andere KI trainieren beispielsweise

Speaker1: oder in den Outputs woanders landen.

Speaker1: Also das ist natürlich ein sehr zentraler Aspekt der Governance.

Speaker1: Und dann Fragen, die immer wieder auftauchen, Rechte, also wenn man Datenschutzaspekte

Speaker1: nicht berücksichtigt, kann das zu Problemen führen.

Speaker1: Und wenn man jetzt an die Außenkommunikation denkt, welche Rolle soll und darf

Speaker1: KI oder dürfen KI-generierte Inhalte spielen, KI-generierte Bilder,

Speaker1: Also da wehrt sich bis heute ZF, finde ich das so richtig sehr,

Speaker1: dagegen, dass man beispielsweise versucht, was durchaus möglich ist,

Speaker1: Videos zum Beispiel vom Vorstandsvorsitzenden so zu manipulieren mit Hilfe von

Speaker1: KI, dass er dann Mandarinen spricht. Das kann er nicht, soweit ich weiß.

Speaker1: Es wäre aber möglich, ihn praktisch, wenn er öffentlich auftritt,

Speaker1: mit Hilfe von KI dann das, was er sagt, auch in verschiedenen Sprachen sprechen zu lassen.

Speaker1: Und da gibt es ganz klar die Vorgabe, das nicht zu tun.

Speaker1: Also, dass O-Töne immer noch O-Töne

Speaker1: bleiben und dass sie nicht synthetisch generiert oder verändert werden.

Speaker2: Das ist genau dieser Punkt, wo man sich überlegt, was kann die KI und wie will ich sie eben nutzen.

Speaker2: Das ist ein wunderbares Beispiel eben zu sagen, ist es dann am Ende noch authentisch,

Speaker2: wenn alle wissen, es ist es am Ende generiert.

Speaker2: Das klingt zwar charmant und es sei eine Stimme, aber will ich es vielleicht

Speaker2: dann eben über andere Tools beispielsweise untertitelt oder so sichtbar machen.

Speaker2: Aber ja, das war ein wunderbares Beispiel eben auch, was du Judith aufgebracht hast mit dieser Frage.

Speaker2: Und in der Praxis denn zu welchen Fragen das kommt, ja.

Speaker1: Und das hat dann wieder was auch natürlich mit Unternehmenskultur zu tun.

Speaker1: Also in einem Interview im Bereich der Kommunikationsbranche war dieses Szenario

Speaker1: auch Thema und da sagte der Gesprächspartner, natürlich, wenn wir Kunden haben,

Speaker1: die das wollen, machen wir das und das passiert.

Speaker1: Also manche Unternehmen finden das cool. So muss ich dann natürlich auch in

Speaker1: der Hinsicht irgendwie einen Umgang etablieren und man kann eventuell ab einem

Speaker1: bestimmten Zeitpunkt auch einen unique selling point darin haben,

Speaker1: dass man darauf verzichtet, ganz bewusst.

Speaker2: Wir waren jetzt an sehr vielen Themen vorbeigekommen. Wie würdest du denn eure

Speaker2: Erkenntnisse zusammenfassen und was ist denn so eure Empfehlung,

Speaker2: wie denn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter KI nutzen sollten oder wo sich

Speaker2: gute Einsatzmöglichkeiten im Unternehmen ergeben?

Speaker1: Also die Antwort darauf wäre, dass man keine generalisierte Antwort darauf geben

Speaker1: kann und dass die Empfehlung, also auch von der Governance oder den Use Cases her betrachtet wäre,

Speaker1: dass es eigentlich zu einer Art Dezentralisierung vielleicht kommen sollte und Spezialisierung.

Speaker1: Also wir haben einfach bei einem großen Unternehmen wie ZF ja ganz unterschiedliche

Speaker1: Unternehmensbereiche mit sehr unterschiedlichen Aufgaben.

Speaker1: Und eigentlich müsste es Aufgabe sein, und das wird ja auch schon sicherlich

Speaker1: gemacht, für diese unterschiedlichen Unternehmensbereiche zu gucken und festzuhalten,

Speaker1: was sind denn jetzt hier die Cases.

Speaker1: Also was für den Einsatz eines Pressesprechers oder was für den Einsatz einer

Speaker1: Entwicklerin oder vielleicht eben auch irgendwo in der Logistik.

Speaker1: Also was kann da dieses Tool eigentlich und wo ist das Quatsch?

Speaker1: Also wo haben wir herausgefunden, wo haben viele Leute rumprobiert und gemerkt, das bringt uns nichts.

Speaker1: Also das so ein bisschen runter zu skalieren und wirklich unternehmensseitig

Speaker1: dann genauer, ja, also so etwas wie Prompt-Bibliotheken, die sehr,

Speaker1: also nicht generisch sind,

Speaker2: Sondern spezifisch eher auf die Bereiche dann ausgerichtet sind. Genau.

Speaker2: Gibt es denn eigentlich aus deiner Sicht was jetzt für ZF, aber auch generell

Speaker2: was denn gegen die Nutzung von KI-Spräche?

Speaker2: Wir sind vorhin schon vorbeigekommen, aber würdest du jetzt quasi komplett kontra

Speaker2: deine Disziplin sprechen?

Speaker1: Also es gibt ja Aspekte, über die wir jetzt beispielsweise noch nicht gesprochen

Speaker1: haben, die ich aber total wichtig finde.

Speaker1: Also es gibt so etwas wie menschliche und Umweltkosten auch von KI,

Speaker1: die natürlich sehr schnell aus dem Blick geraten.

Speaker2: Weil sie einfach da ist, sag ich jetzt mal am Rechen.

Speaker1: Weil sie einfach da ist und man sie nutzen kann. Wenn man den Horizont ein bisschen

Speaker1: erweitert, ist das natürlich eine Frage.

Speaker1: Also der Energiekonsum durch KI, da ist ungemein.

Speaker1: Und da muss man sich ja auch überlegen, wie weit soll das eigentlich getrieben

Speaker1: werden. Und KI wird trainiert durch Menschen und das ist ganz oft im Rahmen

Speaker1: von Clickwork und auch viel im Rahmen globaler Arbeitsteilung und prekäre Arbeitsverhältnisse.

Speaker1: Das sind so Punkte, die man durchaus mal bedenken sollte, wo ich aber natürlich

Speaker1: auch sehe, also für die Praxis im Unternehmen ist das nicht so relevant,

Speaker1: ist dann eher die Frage natürlich auch für die Gesellschaft,

Speaker1: wenn es so etwas gibt wie die Gesellschaft.

Speaker1: Und dann ist für mich total wichtig zu gucken, wo bringt es denn wirklich etwas?

Speaker1: Und wir hatten ganz am Anfang das Beispiel Recherche.

Speaker1: Ich habe nicht den Eindruck, also natürlich aus meiner eigenen Praxis,

Speaker1: dass KI da in irgendeiner Art und Weise wirklich gut ist, einfach auf Grundlage

Speaker1: der Funktionsweise, wie sie operiert und wie sie ihren Output generiert.

Speaker1: Wenn ich jetzt bei Google beispielsweise Suchanfragen habe, dann vor KI kam

Speaker1: dann die Liste und dann, ich meine, ich bin dann natürlich auch geschult drin

Speaker1: als Wissenschaftler, dann gehe ich die Quellen durch,

Speaker1: dann schaue ich mir an, welche sind denn relevante Quellen und dann suche ich

Speaker1: mir gezielt heraus, welche ich dann nutzen möchte, welche ich als reputierlich

Speaker1: ansehe und wo ich den Informationen glauben kann.

Speaker1: Und dann kriege ich ja seit einer Weile immer schon automatisch die Antworten

Speaker1: von KI schon synthetisiert.

Speaker1: Und dann kann ich noch danach suchen herauszufinden, woher sie denn diese Information

Speaker1: zusammengebaut hat. Und da kommt dann halt auch Kuddelmuddel bei raus.

Speaker1: Also für solche Arten der Recherche würde ich es bisher nicht nutzen,

Speaker1: weil es ja eben auch wirklich schwierig ist, dann herauszufinden,

Speaker1: sind diese Zahlen, die da jetzt gerade genannt werden, eigentlich irgendwie wahr oder nicht.

Speaker1: Und da gibt es einfach sehr schöne Beispiele, wo dann so Halluzinationen passieren.

Speaker2: Ja, und es führt einen natürlich auch mal schnell aufs Glatteis,

Speaker2: weil es natürlich erstmal sehr plausibel und sehr smooth formuliert vor einem erscheint.

Speaker2: Aber ja, ich glaube, es braucht noch mehr die Quellenkritik für jeden von uns,

Speaker2: der sich mit diesem Thema beschäftigt.

Speaker2: Vielleicht zum Abschluss eurer Recherche oder eurer Umfrage,

Speaker2: wie sind denn da die Reaktionen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewesen auf die Ergebnisse?

Speaker2: Habt ihr die vorgestellt im Austausch?

Speaker1: Also bisher haben wir die Ergebnisse eigentlich nur vorgestellt im Rahmen von

Speaker1: Präsentationen, jetzt beispielsweise mit den Kolleginnen und Kollegen,

Speaker1: mit denen wir das zusammen organisiert haben.

Speaker1: Dann gab es Gespräche mit Leuten, die in irgendeiner Art und Weise auch mit

Speaker1: KI oder KI-Schulungen zu tun haben, die sehr interessiert waren an den Ergebnissen,

Speaker1: mit denen wir dann gesprochen haben und die Sachen vorgestellt haben.

Speaker1: Oder es gibt einmal im Jahr ein Symposium bei uns an der ZU,

Speaker1: das ZF-ZU-Symposium, wo wir jetzt die Ergebnisse vorgestellt haben.

Speaker1: Und dann sind da ja Leute, die eher auch in Leitungsfunktionen sind aus den

Speaker1: Abteilungen, die dann die Informationen mitbekommen.

Speaker1: In die Breite des Unternehmens sind diese Ergebnisse noch nicht gespielt.

Speaker1: Ich bin gespannt, wie diese Podcast-Episode möglicherweise dazu beitragen könnte,

Speaker1: dass das weiter in die Belegschaft wandert, um dann zu gucken,

Speaker1: ob es dann mehr Feedback gibt.

Speaker2: Das wäre natürlich ein schöner Ansatz und ich glaube, das würde die Menschen

Speaker2: auch interessieren, was denn die KI, die sie täglich nutzen,

Speaker2: privat, geschäftlich, denn so macht und sich vielleicht mit ihren Erfahrungen deckt.

Speaker0: Wo wir jetzt gerade noch dabei sind, wer die Ergebnisse schon kennt und vielleicht

Speaker0: auch, was die für Folgen haben, vielleicht mal abgesehen von ZF,

Speaker0: wen das ja auch bestimmt interessiert sind, deine Kolleginnen und Kollegen aus der Wissenschaft.

Speaker0: Habt ihr die Studie da schon irgendwo publiziert oder kann man da schon Ergebnisse irgendwo einsehen?

Speaker1: Nein, also das steht noch an. Also verantwortlich neben mir für diese Studie

Speaker1: war der Mitarbeiter Niklas Ulrich, der Ergebnisse dieser Studie auch im Rahmen

Speaker1: seines Dissertationsprojektes publizieren wird.

Speaker1: Wissenschaft arbeitet im Vergleich zu Unternehmen sehr langsam.

Speaker1: Das heißt, die Publikationswege brauchen. Es gibt Review-Verfahren.

Speaker1: Ich rechne nicht damit, dass noch im Jahr 2026 in der Wissenschaft die Ergebnisse

Speaker1: publiziert werden. Also im Rahmen von Vorträgen hat das schon stattgefunden

Speaker1: auf der Auftagung, aber schriftlich ist es noch nicht irgendwie in die Welt gebracht worden.

Speaker0: Das heißt, wir dürfen da noch gespannt sein, was noch in 2027 bleibt.

Speaker1: Das dürft ihr.

Speaker2: Sehr schön, ja, dann war unser Podcast, glaube ich, ein ganz guter Schritt dazu.

Speaker2: Ja, lieber Florian, herzlichen Dank, dass du da warst. In unserer ersten Podcast-Folge

Speaker2: hatten wir Florian Muhle von der ZU zu Gast und danken dir ganz herzlich hier

Speaker2: für deine Zeit und die tollen Erkenntnisse,

Speaker2: die wir hier über KI im Unternehmenseinsatz, aber auch generell als gesellschaftliches

Speaker2: Thema erfahren durften.

Speaker0: Ja, vielen Dank für die Einblicke.

Speaker1: Ich danke euch.

Speaker1: Ja, also wir haben gesehen,

Speaker0: KI kann ein Unternehmen doch ganz schön voranbringen und die Arbeit vielleicht

Speaker0: auch ein bisschen effektiver oder einfacher machen.

Speaker0: Das Ganze funktioniert aber nur, wenn es eben auch bestimmte Rahmenbedingungen

Speaker0: gibt, die Leute gut angeleitet werden und die Tools eben auch nicht ganz willkürlich eingesetzt werden.

Speaker0: Auch wenn man vielleicht so ein bisschen damit spielen darf oder das erstmal

Speaker0: testen muss, aber man muss natürlich irgendwie immer bedacht mit dem Ganzen

Speaker0: umgehen. Und da ist natürlich auch das Unternehmen dann irgendwann gefragt,

Speaker0: eben Ethikrat einzusetzen und die Mitarbeitenden vielleicht auch ein bisschen

Speaker0: anzuleiten und zu schulen.

Speaker2: Genau, da haben wir wirklich viel erfahren. Den Ethikrat gibt es und auch die

Speaker2: Schulungen passen wir laufend an, denn das ist wirklich eine gute Hilfestellung.

Speaker2: Und so ist diese Studie ein wirklich

Speaker2: sehr, sehr schönes Beispiel für die Kooperation von Company und Campus.

Speaker2: Und wir konnten viel davon mitnehmen von den Befragungen und sehen,

Speaker2: wie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die KI nutzen und wo es vielleicht

Speaker2: eben auch noch Unterstützung braucht.

Speaker0: Genau und da wollen wir in der nächsten Folge ein bisschen genauer drauf gucken.

Speaker0: Da geht es nochmal um das Thema KI als Game Changer und da wird Matthias Schnur

Speaker0: zu Gast sein und der wird uns mal mitnehmen in die Kommunikationsabteilung von

Speaker0: ZF und uns ein bisschen konkreter noch zeigen, wo das Ganze jetzt tatsächlich

Speaker0: angewandt wird, wie und wo vielleicht auch nicht.

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